Der selbsternannte Erbe von NWA, der in letzter Zeit wie wild in alle Richtungen mit Disses um sich geschossen hat, hat bekannt gegeben dass er sich nach dem kommenden Album aus dem Geschäft zurückzieht. Eine plötzliche Wendung, wenn man bedenkt mit welchen Ansprüchen er ins Game kam. Die in meinen Augen etwas überzogene Begründung “3 Klassiker” seien genug, alles sei gesagt und alle Ziele erreicht, kommt mir etwas spanisch vor. Er hat auch einen etwas unsicheren Gesichtsausdruck wenn er diese Sätze ausspricht. Ich glaube eher dass er zu dick aufgetragen hat und jetzt freiwillig geht, um sein Gesicht zu wahren und nicht wie Vanilla Ice kopfüber aus dem Fenster hängen zu müssen. Das ist allerdings alles Spekulation meinerseits. Sicher ist nur was er in obigem Video sagt.
Als kleinen Rückblick auf die jüngste Vergangenheit:
In seinem Track “My Bitch” greift er nicht namentlich aber metaphorisch Jay-Z, 50 Cent & Suge Knight an.
Der Titeltrack vom gleichnamigen Album “The Beautiful Struggle” ist einer von meinen Alltime Favorites. Ein schöner langsamer Track der vom ältesten aller Konflikte handelt: Dem mit sich selbst. Es geht darum, dass eine Revolution im Inneren jedes Einzelnen anfangen muss. Wir sollten alle unsere Art zu denken etwas hinterfragen und uns mehr für die Gemeinschaft einsetzen. Kann aber auch sein dass ich jetzt zu viel reininterpretiere. Reinhören kann man hier:
Hier ein Beispiel für euch, die ihr glaubt, im Hiphop ginge es immer nur um money and hoes. Der Titel “Razorblade Salvation” (Erlösung durch die Rasierklinge), lässt vermuten, dass es um eine meancholische Selbstmörder-alles-ist-scheiße-Story geht, in der alle Hoffnung verloren scheint. Wer aber genau hinhört wird merken wie sich die Stimmung ins Positive wendet. Die Jedi Mind Tricks bringen uns hier einen Track mit gut verständlichen, durchdachten Reimen, die ohne Bitch und Fuck auskommen. Es lohnt sich bei solchen Liedern, mal von vorne bis hinten zuzuhören. Das empfehle ich euch allen.
AZ hat trotz seinem geringen Bekanntheitsgrad einen konstanten Albumoutput. Er versucht gar nicht, sich an seinem Partner NaS ins Spotlight ziehen zu lassen und das ist auch gut so. Er symbolisiert für mich echten New Yorker Rap, einen echten und ehrlichen MC. Außerdem bin ich bei jedem Album (hab leider nur 3 Stück) erstaunt, wie er beim Beats picken immer voll ins Schwarze trifft. So auch bei diesem Track, einem sehr innovativen Beat wie ich finde. Ist ja auch kein wunder, denn wer hat’s produziert? Premo! Ich könnte sowas stundenlang hören. Ich hoffe, dass auch das Album “The Format”, das ich grade bestellt habe, der Tradition folgt und ähnlich genial zu hören ist wie die anderen.
It’s obvious I’m real rap, skills remain
Took some change and I’m still the same
Ich hab schon lang nicht mehr über meine Lieblingstracks geschrieben. Und da es jetzt grade wieder sommerlich wird, empfehle ich euch einen schönen LA, Westcoast Track. Die WC Representatives Snoop Dogg, sein Cousin Warren G und B Real von Cypress Hill schließen sich zusammen, um einen melodiösen Cha-Cha rhythmischen Track zu performen, der mit smoothen Trompeten und gediegenen Percussions eine schöne musikalische Melange aus Westcoastbeat und organischer Musik darstellt. In dieser Version wirkt auch der Nigger with Attitude Ice Cube mit, dessen Part allerdings den anderen nicht das Wasser reichen kann. Der Track passt sehr gut in die Sommerzeit, zum cruisen und chillen. Check it out!
Ich hab gestern nichtsahnend meinen Videorecorder programmiert um “Hooligans” aufzunehmen. Voller Vorfreude schau ich heute rein und sehe:
Einen scheinbar durchgängig präsenten, schwarzen Hinweisbalken. Da frag ich mich, was Pro7 unter Filmgenuss versteht. Oder eher ob alle Pro7-Mitarbeiter die sind, die im Kino immer ihre Handys anlassen und Popcorn werfen. Das müssen sie sein. Hättet ihr das nicht oben rechts etwas kleiner positionieren können? Ich bin völlig enttäuscht und erschüttert.
Mein erster Film ist fertig! Hab ihn komplett in Eigenarbeit innerhalb von zwei Tagen gedreht und geschnitten. Leider ist die Bildqualität nicht die beste, da ich nur diese bescheidene Energiesparlampe als Ausleuchtung hatte. Das Bild rauscht also ein wenig. Weißabgleich hätt ich wohl auch bei jeder Einstellung machen sollen. Aber egal, war ja nur der erste Gehversuch. Die Handlung ist purely fictional und hat nichts mit mir zu tun. Die Dateigröße müsst ihr entschuldigen, “It’s High Def!”.
Gerade stoße ich auf einen weiteren Versuch, einen Film nach dem Schema “Straßenjunge will sich durch Tanzen Respekt und das große Geld holen” in Hollywood zu platzieren. Dem Trailer nach zu urteilen wagt der Regisseur Sylvain White hier (wie für amerikanisches Mainstreamkino üblich) keine Experimente und zieht die Story nach Schema F durch. Rivalität, Zusammentreffen von Leuten aus unterschiedlichen sozialen Milieus, noch schnell ne Romanze mit eingebaut, fertig ist der auf Hip Hop getrimmte Streifen, der möglichst viele Jugendliche in die Kinos locken soll. So langsam hab ich genug von solchen Produktionen. Honey, You got served und jetzt das. Was mich aber am meisten stört ist, dass echte Größen wie Tommy the Clown, der Begründer des Clowning/Krumping Tanzstils, von der Produktion Rize nur einen Hungerlohn abbekommen hat. Das bekommt der Kinozuschauen natürlich niemals mit. Und alleine der Spruch im Trailer:
Seine Streetmoves sind der entscheidende Kick.
der an Inhaltslosigkeit nicht zu überbieten ist, sollte jeden abschrecken, der auch nur ein kleines Bisschen von der Kultur versteht. Dadurch wird die Hophopkultur nicht vorangetrieben sondern in einem falschen und zu künstlichen Licht dargestellt. Sie dient hier nur als Hintergrund für eine berechenbare schnulzige Handlung. Dennoch werden in solchen Filmen atemberaubende Moves getanzt. Von mir aus könnte man sich allerdings auf die Tanzbattles beschränken, dann könnten wir alle unsere wertvolle Zeit in sinnvollere Dinge investieren.
Da ich den Film nicht gesehen habe werde ich ihn auch nicht bewerten. Ich vermittle hier ausdrücklich nur meinen persönlichen Eindruck den ich durch den Trailer erhalten habe.
Achtung: Dieser Post hat geringfügiges Spoilerpotenzial. Wer den Film unbefangen sehen will, sollte das hier nicht lesen.
Gute Komödie mit typisch dänischem schwarzen Humor
May 14, 2007 by Rauno Schaalproduct
★★★★☆ Am Wochenende habe ich einen genialen Film von Dänemarks bestem Regisseur Anders Thomas Jensen (Flickering Lights, In China essen sie Hunde, Stealing Rembrand) gesehen. Es handelt sich um den Film Adams Äpfel, der schon 2005 erschienen ist. Die Story könnte skurriler nicht sein. Es dreht sich um den Skinhead Adam (Ulrich Thomsen), der aus dem Knast kommt und seine Bewährung in einer Kirche ableisten muss, in der der Pfarrer Ivan das Regiment führt. In dieser Einrichtung wohnen auch der Tankstellenräuber Khalid (Ali Kazim) und der Triebtäter Gunnar (Nicolas Bro). Ivan (Mads Mikkelsen, u.a. James Bond - Casino Royale) ist ein merkwürdig abweisender aber gerechter Mensch, der im Leben nur gebeutelt wurde, aber nie den rechten Weg aus den Augen verloren hat. Als Aufgabe für Adam einigen sich die zwei darauf, dass Adam den Apfelbaum im Pfarrgarten pflegt und am Ende der Saison aus den Äpfeln einen Kuchen backt. Diese eigentlich einfache Aufgabe entpuppt sich allerdings als eine Prüfung a la Hiob als Krähen den Baum befallen und die Situation durch Adams alte Nazifreunde, Kalids Aggressionen gegen den Statoil Konzern, Ivans Vergangenheit und anderen Einflüssen verkompliziert wird. Über die ganze Zeit hinweg bleibt Adam ein sturer gehässiger Soziopath, den die Schicksale der anderen scheinbar nicht interessieren.
Der Film ist gespickt mit spannenden Fabeln und einer genialen Symbolik, gepaart mit ungeschminktem schwarzen Humor und skurrilen Situationen, die so nur das dänische Kino hervorbringt. Die Charaktere sind genial beschrieben und exzellent verkörpert. Trotz der ernsten Thematik über Fremdenhass, Kirche und zwischenmenschliche Beziehungen schafft es der Regisseur und Autor, die Geschichte mit so vielen überwitzigen Details zu erzählen, dass der Film für mich jetzt schon ein Klassiker und Must-See ist.