Nachdem ich jetzt wieder in Furtwangen bin und sich die Eindrücke einigermaßen gesetzt haben schreibe ich auch noch einen Bericht zum hho2007, obwohl Will eigentlich schon alles gesagt hat, was es zu sagen gibt.
Ich hatte ja befürchtet dass uns der Regen einen Strich durch die Rechnung macht, aber die Götter scheinen so begeistert von der Musik gewesen zu sein, dass sie mit dem Wolkenbruch bis zur letzten Band gewartet haben.
Das Hip Hop Open 2007 war eines der besten das ich je besucht habe.
Trotz dass wir erst gegen 14 Uhr auf dem Gelände waren (zwei unscheinbare Herren mit grünen Ausweisen hatten großes Interesse am Inhalt unserer Taschen, Rucksäcke und Schuhe), hat sich die Karte diesmal derart gelohnt.
Der erste erwähnenswerte Artist war der MySpace-Battle-Gewinner Umse. Leider war der aufgrund seines geringen Bekanntheitsgrades um 10 Uhr auf der Bühne. Das konnten wir also leider nicht sehen aber Will war dabei. Das Lineup meines Interesses begann mit Dendemann, der in bester Dendemanier einen Super Auftakt hinlegte. Jetzt wo die Crowd durch Dende’s “Hört nich auf!” mobilisert war erreichte uns die Nachricht durch den Dancehallking und Host D-Flame, dass Lady Sovereign ihren Flieger nicht gekriegt hat und daher die Puppet Mastaz auftraten, die schon am Vorabend das Zapata gerockt hatten.
Die nächste Überraschung waren die (im wahrsten Sinne des Wortes) Special Guests Specialistz. Die unerwartete Show war zwar kurz aber dafür wirklich tight alta!
Die erste Liveperformance kam von Blumentopf, die mich ehrlich gesagt enttäuscht haben. Die Reihenfolge und Auswahl der Tracks war einfach nicht festivaltauglich. Dinger wie “Horst” sind zwar cool, aber schlecht mitsingbar. Party Safari als Bouncegarant wurde nur einmal gespielt und danach war die Luft dann raus. Schade.
Dennoch sollten die Fans von live gespielter Musik noch auf ihre Kosten kommen.
Die wohl einflußreichste Crew im Hip Hop und definitiv der am heißesten erwartete Act, der Wu Tang Clan hat mich auch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Trotzdem war es eine Ehre, den kompletten Clan auf einer Bühne zu sehen. Sie spielten auch alle großen Tracks, die ein Wu Fan hören wollte, Sound und Show waren zwar eher mittelmäßig, aber dafür hatte die Präsenz der New Yorker crew eine starke Wirkung auf mich. Die Jungs waren schließlich schon seit Ewigkeiten nicht mehr alle auf einer Bühne zu sehen. Es soll hier kein falscher Eindruck entstehen, “WU TANG CLAN AIN’T NOTHIN’ TO FUCK WIT’” kam trotzdem an und ich wäre gerne weiter vorne gewesen (wir haben uns für Sound und gegen gute Sicht und Gedränge entschieden und waren direkt vor dem Mischpult).
Nach dem Clan war es Zeit für die Disko No 1 band von Jan Delay. Zu diesem Zeitpunkt taten mir zwar schon die Füße und Beine weh, aber Jan hat es trotzdem geschafft, mich zu einigen Reggae und Funk Schritten zu bewegen. Der Auftritt war meiner Meinung nach der beste vom Festival. Nachdem er “Türlich, türlich” angestimmt hatte, kam der nächste Überraschungsgast Das Bo auf die Bühne und beendete was Jan angefangen hatte. Die Crowd war jetzt richtig in Fahrt und die Zugabe, Jan’s Reime über White Stripe’s “Seven Nation Army” gab uns dann vollends den Rest. Das Publikum sang noch mindestens eine Minute lang die Melodie nach, als die Band schon von der Bühne war. Das war eine runde Sache.
Die Headliner des Festivals, Freundeskreis, unterstützt von Afrob, rundeten den Tag sehr schön ab und spielten sowohl die guten alten Sachen wie “ANNA” oder “Tabula Rasa” als auch Solosachen von Max und Joy Denalane. Bei Tabula Rasa kam dann auch noch Sékou the Ambassador auf die Bühne.
Alles in allem ein Hammerfestival mit vielen unangekündigten Gästen, der Crew mit dem größten Releasecount im Game, freshen Styles von alten Meistern und Live Performances vom Allerfeinsten, die Hiphop den Weg zeigen!
‘Nuff said!

Die Special Guests Specialistz

Jan Delay und Disko No 1

Wu Tang Clan

Freundeskreis, Joy Denalane und Afrob